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Der Jahresanfang – Zeit zum Innehalten?

Darf ich vorstellen? Das ist Janus, der römische Gott mit den zwei Gesichtern, nachdem auch unser Monat Januar benannt wurde. Er blickt einerseits zurück ins alte Jahr, aber auch direkt nach vorne, in das neu Bevorstehende!

Schon die alten Römer hielten im Januar inne, um genau dies zu tun: Rückwärts das alte Jahr zu reflektieren um es vorwärts (noch) besser zu leben. Nun ist unser kalendarischer Jahresbeginn ein ziemlich willkürlich gewählter Zeitpunkt, der sich nicht immer an unser eigenes Leben und unsere Projekte anpasst. Grundsätzlich ist der richtige Zeitpunkt zur inneren Einkehr dann, wenn du das Bedürfnis dazu hast, Fragestellungen neu aufkommen, sich in dem ein oder anderen Lebensbereich Unzufriedenheit breit macht – Unzufriedenheit die sich oft noch gar nicht so genau benennen lässt. Es „knirscht“ und da ist der Wunsch nach neuer Ausrichtung, auch wenn sich  „das Neue“ noch nicht so klar zu erkennen geben will.

Nichtsdestotrotz quillen sowohl im Internet als auch im Buchhandel just zu diesem Zeitpunkt die Ratgeberregale über mit Anweisungen für die Raunächte, zum Jahresrückblick und mit guten Tipps mit allem was man sich so klassischerweise fürs neue Jahr vornimmt, ob Karriere (mehr), Gewicht (weniger), Finanzen (mehr) oder innere Ruhe (ganz viel)…

Und für viele ist Silvester nun mal ein gesetztes Datum das sich doch irgendwie anbietet, Altes hinter sich zu lassen, das Vor- Jahr zu verabschieden und das Neue zu begrüßen. Viele andere tun es, es entstehe eine gewisse Dynamik, die sehr motivierend wirken kann. Egal aber ob nun zum Jahresbeginn, an deinem Geburtstag, bei einem beruflichen oder privaten Einschnitt: Hier ein paar Anregungen, wie du so einen Prozess für dich gut strukturieren kannst:

  1. Aktuelle Bestandsaufnahme: Verschaffe dir einen Überblick über ALLE dir wichtigen Lebensbereiche. Oft ist die Unzufriedenheit aus einem Bereich so „laut“, dass sie alles andere übertönt und in den Schatten stellt. Eine schwierige berufliche Situation die doch eigentlich schöne Beziehung beschwert und belastet, man völlig übersieht, das man gesund ist, aus einem intaktes Familienleben Kraft schöpfen kann, man gute Freunde regelmäßig trifft. Nimm dir die für dich wichtigen Lebensbereiche der Reihe nach vor und bewerte sie auf einer Skala von 0 (unterirdisch) bis 10 (höchst erfüllend) Mögliche Lebensbereiche können sein: a) Beruf/Berufung b) Liebe und Partnerschaft c) Finanzen d) Freizeit / Hobbys  d) Weiterentwicklung (für manche ist in dem Zusammenhang auch Glaube und Spiritualität wichtig) e) Freunde und Familie f) Gesundheit/Entspannung g) Umfeld/Wohnen. Das was dir wichtig ist, zählt.
  2. Rückblick: Betrachte den Zeitraum der für dich relevant ist, ob nun das vergangene (Lebens-)Jahr oder einen bestimmten beruflichen / privaten Zeitabschnitt und schreibe dir hierfür jeweils a) die schönsten Momente b) die größten Erfolge und c) das wofür du wirklich dankbar bist auf. Mach es unbedingt schriftlich und gehe wirklich in die jeweiligen Situationen zurück, auch emotional. Du weckst damit fast mühelos mindestens 3 wichtige positive Gefühle, Dankbarkeit, Freude, Stolz. Gehe während der nächsten Tage nochmals über diese 3 Listen und ergänze, es wird dir nach und nach noch mehr einfallen. Und gehe dann deine Antworten durch und frage dich „Warum war das jeweils schön / bist du dankbar dafür“ bzw. „was genau hat dich an dem jeweiligen Erfolg stolz gemacht?“ Und: was hast du jeweils dazu beigetragen, das der Erfolg eintrat oder es ein schöner Moment wurde? Ich selbst staune immer wieder wie unterschiedlich Menschen die exakt selbe Situation bewerten, selbst wenn beide übereinstimmen dass es „ein schöner Moment“ war -die Begründung ist oft völlig unterschiedlich. Um die geht es uns aber! Hier gibt es kein richtig oder falsch, es ist ein Wegweiser hin zu dem wer du bist, was dich glücklich macht, dir gut tut, wo deine Bedürfnisse, Stärke und Werte liegen. Mach sie dir klar!
  3. Blick in die Zukunft: Konzentriere dich auf die Ergebnisse aus Schritt 2 und überlege, was davon du mehr in deinem Leben haben willst? Was fehlt, ist auf dem Weg verloren gegangen oder zu kurz gekommen? Welche deiner Stärken, Werte, Bedürfnisse sollen wieder mehr gehört und eingesetzt werden? Richte den Blick auch nochmal auf Schritt 1, welcher Bereich ist schon rund und gut und könnte mit wenig Aufwand noch weiter gestärkt werden? Fang da an, wo es leicht geht! Das gibt dir die Energie und die positiven Gefühle die es braucht, auch die „schwierigen“ Themen mit Rückenwind anzugehen. Und gute Gefühle und Erfolgserlebnisse weiten wiederum deine Wahrnehmung und Offenheit und führen dich zu Lösungen, an die du vorher nicht dachtest. Gerade letzteren Zusammenhang hat Barbara Fredrickson (Autorin des Buches „Die Macht der guten Gefühle“)  eindrücklich in jahrelangen Studien bewiesen. Probiert es einfach aus.

Wenn du merkst, dass du das doch allein im stillen Kämmerlein nicht machst, dann komm gerne zum alljährlichen Dreamday der (ganz klassisch :-)) meist Anfang oder Ende des Jahres stattfindet. Hier reflektieren wir das oben genannte (und noch einiges mehr) abwechselnd alleine, zu zweit oder auch in der Gruppe. Du bekommst Feedback von außen und kannst manches noch besser verankern. Und du nimmst dir einen ganzen Tag Zeit dafür, es gibt keine Störung von außen, ein Tag wirklich nur für dich und deine Ziele. Dieses Jahr findet er Corona-bedingt nur Online statt – aber was uns 2020 gelehrt hat: Es geht mehr als man denkt. Sogar Online Nähe aufbauen und ein Stück mehr zu sich selbst finden. Im Januar gibt es nochmals 3 Termine, am 3./6. und 10.1.21.

Alternativ kann man solche Themen auch immer gut in einem Einzelcoaching reflektieren, in Kombination mit kleinen Hausaufgaben. Sprich mich gerne darauf an und wir finden einen Termin.

Und nun wünsche ich uns allen eine traumhafte Weihnachtszeit, die dieses Jahr tatsächlich eine „stille“ wird. Mögen wir es alle genießen und Kraft daraus ziehen.

Eure Katharina

Bildquelle Fotolia #95519603

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