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Dreamday 2016 – Rückblick

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„Ihr müsst die Übungen schon gescheit machen! Sie funktionieren nämlich!“ ermahnte einen Teilnehmerin der ersten Stunde die Dreamday-Neulinge. Und strahlte mich an „Ich hab bei meinem Wunsch-Jahr 2016 ein bisschen dick aufgetragen. Aber wenns doch funktioniert…?“

Acht Leute waren wir dieses Jahr, die am Sonntag, den 3.1.16 am Walchensee zusammen gekommen waren, um ihr Jahr 2015 positiv und rund abzuschließen, die Erfolge und schönen Momente des alten Jahres nochmal aufleben zu lassen, und sich Nachmittags der Frage zu stellen „Wohin?“ „Was soll 2016 wichtig sein?“ „Was will ich erreichen?“ Für mich begann der Tag nicht ganz so rund, und ich habe lange überlegt, ob dieser Absatz hier Eingang findet, oder nicht. Aber, vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen zu sehen, dass ich auch manchmal zweifele. Ja, sogar an mir selbst :-). Obwohl der Dreamday nun ins 3.te Jahr geht, und sich inhaltlich sowas wie „Routine“ einstellt, ich „weiß“ welche Übungen funktionieren, und die etwas holprigen schon lange aus aus den Workbooks rausgestrichen sind, obwohl ich fast alle Teilnehmer kannte, konnte ich auch diese Nacht vorher kaum eine Minute schlafen vor elender „mir-ist-so-schlecht-Aufregung“. Die ganze Nacht. Wie jedes Jahr. Die halbe Stunde, in der ich frühmorgens doch einschlief, träumte ich die Fähre verpasst zu haben (??) die mich zum Hotel hätte bringen sollen. Auch dem Mann an meiner Seite konnte ich nicht zufriedenstellend erklären, warum letztes Jahr vor fast 1000 kritischen Bankern diverse Vorträge halten KEIN Problem darstellte, keinerlei Nervosität auslöste, und das hier jetzt schon? Vor einer Handvoll wohlwollender Teilnehmer?

Das blöde am Coach sein ist, dass der eigene Kopf dann genau in so Momenten all die Ermutigungen raussprudelt, die man sonst so das ganze Jahr über so verteilt…“Da wo Deine größte Angst ist, da ist Dein größtes Talent.“ (ach HALT doch die KLAPPE!) „Nun überlegen wir mal gemeinsam, WAS ist das SCHLIMMSTE was passieren kann? Und WIE schlimm wäre das wirklich?“ (NERV mich NICHT) oder, sonst mein Lieblingsspruch der bayrischen Kabarettistin Lisa Fitz: „Do wo die Angst is, do geht’s lang.“ Wusstet Ihr, dass Lisa Fitz mal im FERNSEHEN gesagt hat, dass sie ihr „erstes Mal“ im Zeltlager Lindenbichl hatte? Da wo ich auch immer war? In einem evangelischen Kinderzeltlager?? An „meinem“ Staffelsee? Ich finde das nach wie vor skandalös. „So jemanden kann man doch gar nicht ernst nehmen“, zwitscherte meine Panik. „Vergiss was sie sagt“…Stop! Aus. Lisa Fitz hin oder her. „Wenn Dich der Mut verlässt, gehst Du eben alleine weiter“….Ich gehe ja schon. Aber, so schwor ich mir, es ist das letzte Mal. Das ist den nervlichen Höchstleistungs-Stress einfach nicht wert.

Entsprechend zerschlagen dekorierten wir morgens den Raum, zündeten Kerzen an, verteilten Workbooks und Bleistifte mit klugen Zitaten drauf, tranken eine Tasse Kaffee.

Und kurz nach 9 Uhr trudelte schon die erste „Träumerin“ ein, die mit der weitesten Anreise, die allen Ernstes frühmorgens aus Bietigheim-Bissingen (das ist hinter Stuttgart!) angereist war. Vorabendanreise ging wegen eines Termins nicht, aber das man stattdessen mitten in der Nacht aufsteht und stundenlang fährt? Wow. Ich hab mich so gefreut darüber. Nach ein bisschen Kaffee, Tee und Butterbrezeln trudelten alle ein und wir fingen super-pünktlich um halb 10 an. Fast eine Stunde dauerte die Vorstellungsrunde, aber ich glaube, die ist ein Hauptgrund, warum den ganzen Tag über so ein Vertrauen und eine Offenheit zwischen den Teilnehmern herrschte. Wir machen das nämlich ein bisschen anders…

Der Vormittag war dem positiven Rückblick gewidmet, hauptsächlich in Zeit mit sich selbst. Geholfen hat manchen ein „Jahres-Chart“, den sie im Vorfeld zugeschickt bekamen und in den sie ihr Jahr mit allen Höhen und Tiefen vorab grafisch skizzierten. Eine der schönsten Bemerkungen am Vormittag fand ich die übereinstimmende Erkenntnis, „das ist wie ein Dominostein der umkippt, man denkt immer, mehr Schönes war nicht und dann fallen einem doch noch so viel mehr Sachen ein“.

Nach einer heiteren Mittagspause ging es in den Nachmittag, der von viel Lachen begleitet war, und in dem überwiegend zu zweit und in der Gruppe an den Erkenntnissen 2016 gearbeitet wurde. Als Lieblingsübung kristallisierte sich bei einigen die „Mark Zuckerberg“-Übung heraus …

Der Blick vom Panoramafenster in die Berge passte sich unserem zunehmenden Erkenntnisstand an. War es frühmorgens noch komplett vernebelt und der See im Hintergrund nicht mal zu erahnen, wurde es gegen Mittag heller und als wir am Ende angelangt waren, wurden wir mit klarer Sicht über den See bis in die Berge belohnt. Klare Sicht, in die Landschaft UND auf unsere Ziele 2016.

In der Abschlussrunde erzählte jeder nochmal kurz von seinem schönsten Moment und seiner wichtigsten Erkenntnis. Meine wichtigste Erkenntnis war, zum wiederholten Male: WIE wichtig es ist, Dinge auszusprechen. Laut. Das die ersten 3 Schritte zu Veränderung immer sind: Erkennen was ich will, es mir ein-und zu-gestehen, es laut aussprechen. Was es mit Menschen macht, wenn sie einen Tag „Problem-Verbot“ bekommen und nur in Erfolgen, schönen Erlebnissen, guten Kontakten zu anderen Menschen, in Lösungen und positiven Zielen denken. Und wie wichtig die „Glücksdusche“ bei jedem Workshop immer wieder ist. (Was das sein soll? Da musst Du schon selbst mal kommen ;-))

Meine schönsten Momente waren der sich langsam hochziehende Nebelvorhang, der – an Dramaturgie kaum zu übertreffen – ganz langsam den Blick auf die Berge freigab. Die heitere aber konzentrierte Stimmung im Raum. Die unglaubliche Offenheit, die sich von Anfang an zwischen allen ausbreitete. Ein grosses pink/türkises Paket (sowohl meine Lieblings-als auch meine „Firmenfarben“ :-)) einer „jedes-Jahr-Teilnehmerin“ als Dank für 3 Jahre Dreamday und positive Inspiration für das ganze Jahr (DANKE!! DER INHALT IST SOO TOLL!!). Zum ersten Mal war eine Teilnehmerin dabei, die ich GAR nicht kannte. Und sie war so dauer-inspirierend und hatte die Gruppe so megatoll ergänzt. Und, die Aussage eines „ganz normalen Menschen“, der zum ersten Mal an sowas teilgenommen hatte: „Mann, wieso hab ich mir diese Fragen nicht vor 10 Jahren schon gestellt?“ Genau dieser Satz hat mir so klar gezeigt, worum es mir geht, und noch mehr gehen soll im neuen Jahr: Ich will die „ganz normalen Leute“ erreichen. Jenen ein bisschen in die Spur helfen, die gerade ein bisschen an sich und ihrem Weg zweifeln oder in einer beruflichen Umbruch-Situation stecken. Stärken stärken. Mut machen. Fertig. Ich habe mir eingestanden, dass ich mich in diesen über-coachten Selbstfindungs-Communities irgendwie nicht so wohl fühle. Das ich das echte Leben liebe und jedem gerne helfe auf seinem Weg da rein. Das ich genau dieses echte Leben für manche noch ein bisschen echter und leichter machen will anstatt Menschen in weiteren Theorien gefangen zu halten. Heute erst bin ich über ein Zitat gestolpert: „Leben heißt erleben, nicht erdenken.“ Genau so. Und das es vielleicht meine Besonderheit ist, das alles ein bisschen bodenständiger und Räucherstäbchen-frei anzugehen.

Ach ja. Mein Vorsatz vom Morgen war dann auch schnell vergessen. Wobei – mit einer Änderung. Wir machen nicht erst 2017 weiter. Sondern schon in ein paar Wochen mit einem Ludwigsburger Dreamday. Sachen gibts…Falls jemand einen schönen Raum in der Ludwigsburger Gegend weiß? Bitte Info an mich.

Ein letzter Dank geht an Steffen Grell, dem die unglaublich schöne Seite Entspannt.de gehört, der dort seine Musik präsentiert und zum großen Teil sogar kostenlos zur Verfügung stellt. Das finde ich so toll, dass ich mir zwei seiner CDs bestellt habe. Seine Musik hat einige unserer Spiele musikalisch begleitet. Wie treffend für so einen Tag ist es denn, wenn Stücke den Titel tragen „Schön dass Du da bist“ oder „Alles ist gut“. Für die letzte Übung des Tages, in der es darum geht, die uns wichtigen Dinge 2016 in einen „Krug“ zu packen, kam das unglaublich schöne und passende Stück „Zielverliebt“ zum Einsatz. Genau darum geht es: Welches sind die Projekte und Ziele die mir wirklich am Herzen liegen? Wohin soll meine Aufmerksamkeit und meine Zeit gehen? Zielverliebt. Was für ein tolles Wort. Und Du? In welche Deiner aktuellen Ziele bist du verliebt?

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2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hi Katharina,
    ein schöner Artikel Höhepunkt für mich „Ich habe mir eingestanden, dass ich mich in diesen über-coachten Selbstfindungs-Communities irgendwie nicht so wohl fühle“. Stefan Grell finde ich auch gut. Viel Erfolg wieterhin. you make it good

    Thomas

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