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Jetzt entspann Dich mal…

…sagte meine Online-Fee. Vermutlich bereute sie bereits, den Auftrag übernommen zu haben, meine Website ins Leben zu bringen.

Ich wollte mich gerade noch mehr aufregen, warum VERSTEHT sie nicht, dass mich das alles kolossal  überfordert?? Theme auswählen, was soll das sein? Im Bundle kaufen? Häh? Kann ich die Farben ändern und ich will aber einen extra Kasten rechts. Und was für Kategorien nehmen wir eigentlich? Können wir hinterher nochmal alles ändern??

In dem Moment schob sich mir ein Bild vor die mentale Linse. Jemand der GENAU diesen Satz, mit genau diesem  leicht genervten Unterton vor 5 Jahren schon mal an mich richtete. Er saß auf einem Pferd. Ich auch. Das war Teil des Problems.

Kolumbien 2010. Die Landschaften im Süden des Landes – Unesco Weltkulturerbe – Tierradentro, indianische Grabstätten. Wir hatten diese schon 2 Tage lang zu Fuß besichtigt und „langsam wars auch gut mit Grabstätten angucken.“ Als der Vorschlag „Reitausflug“ kam – warum nicht. Ich kann eigentlich nicht reiten, das fiel mir aber erst später ein. Mein Freund auch nicht. Der Rest der Gruppe auch nicht. Unser ober-cooler Reiseleiter, Typ Tauchlehrer und Südländer, sah darin kein Problem. Auch nicht darin, dass die Pferde Anfänger nicht so richtig gewohnt waren. Ständig ging irgendeins durch. Ja MIT jemandem auf seinem Rücken. Steigbügel die sich ineinander verhakten, wenn wieder ein Pferd am andern vorbei preschte. Der Gipfel? Wir hatten alle keine Helme auf (ich hoffe Mama liest diesen Artikel nie), es gab gar keine! Ich hatte wirklich Angst und schimpfte nach guter deutscher Tradition in einer Tour vor mich hin:  Wie lange noch, es ist schon spät, ich reite AUF GAR KEINEN FALL nach Einbruch der Dunkelheit, die Wege sind jetzt schon so eng, das ist ja alles lebensgefährlich. Ohne Helm!

Irgendwann drehte sich der coole Tauchlehrer (warum war er eigentlich nicht auf den Malediven geblieben??) auf seinem hohen Roß herum: „jetzt ENTSPANN dich mal! Guck mal wie du auf dem Pferd sitzt! Bleib locker, lehn dich leicht zurück, stell dir vor du sitzt im Sessel UND GENIESSE DIE LANDSCHAFT. Dir wird nichts passieren. Alles ist gut!“ Der hat Nerven. Hellseher auch noch. Ich erwog meine Möglichkeiten. Absteigen und die bislang 2 gerittenen Stunden zurücklaufen? Die Sonderaustattung „Orientierungssinn“ war bei mir nicht eingebaut – noch nie. Den Reiseveranstalter verklagen? Auf jeden Fall, aber erst musste ich lebend zurück kommen. Es war ein tiefes, inneres Resignieren. Ich hatte die Situation nicht im Griff. Aber ich konnte nichts ändern. Ich ließ mich ein wenig tiefer in den Sattel sinken. Lehnte mich leicht zurück. Atmete tief durch. Und blickte zum ersten Mal offenen Auges in die Landschaft. WOW. Flash. Grün, überall. Völlig einsam. Zitronen- und Orangenbäume. Schluchten. Wasserfälle. Konnte das real sein? Das kurz zuvor ins Kino gekommene Land Pandora aus dem Film Avatar kam mir in den Sinn. Es war eine der schönsten Nachmittage der gesamten Reise.

Und wir waren auch nicht vor Einbruch der Dunkelheit zurück. Der Heimritt durch die seelenblaue Nacht unter einem vollkommenen Vollmond hindurch war einfach nur – mystisch.

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Das mit der Website konnte ich dann irgendwann auch entspannter sehen. Und nun ist sie da und wird weiter wachsen. Mit genau diesem Ziel:

Lehn Dich zurück, lass locker. Hol Dir schöne Dinge in Dein Leben und genieße sie! Inspiration dazu findest Du hier künftig in regelmäßigen Abständen.

Danke fürs Vorbeischauen –

Katharina

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Katharina, kaum hat man es geschafft seine Sorgen mal auszublenden und sich dem Hier und Jetzt hinzugeben, sieht man plötzlich auch als 3 -fache , dauergestresste Mutter wieder lauter gutgebaute Tauchlehrer. Und zwar an jeder Ecke! Entspannung lohnt sich also ;) ! Danke für diesen wunderbaren , inspirierenden Artikel !!! S.M.

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  2. Liebe S.M.
    Vielen Dank für Deinen Kommentar. Immer wieder spannend, wie das menschliche (weibliche??) Gehirn funktioniert…Wo genau steht denn, dass er gut gebaut war? ;-))
    Aber es freut mich sehr, wenn mein Artikel Deinen Fokus auf die „schönen“ Dinge lenkt. An jeder Ecke :-)

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  3. Liebe Katharina,

    Ich hab mich in vielen Zeilen selbst gefunden!
    Danke , das war soooo erfrischend zu lesen!

    Bitte mach einfach so weiter

    LG Sabine

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